Garelli RSL 50 von Matthias

Die gezeigte Garelli RSL50 gehört Matthias Röcher und freue mich sehr, die
Maschine vorstellen zu dürfen.

Die Garelli RSL 50 ( Typ : Garelli – Rekord – Nürburg ) aus dem 3. Quart./1977
ist die letzte Ausbaustufe der Garelli RS und unterscheidet sich von dem Vor-
gängermodell durch einen anderen Tank, eine höhere Motorleistung ( jetzt
6,5 PS ), sowie div. geänderte Anbauteile.

Auch ist jetzt eine Blinkanlage bestellbar, welche zusammen mit dem Drehzahl-
messer, die Version : RSL anstatt RS genannt wird und rund 200 DM mehr
kostete.

 

Gekauft wurde dieses Exemplar im März 1978 , die EZ ist Juni 1978, wurde
stets pfleglich behandelt und über Winter  abgemeldet, also im Winter nicht
gefahren, was für italienische Produkte der damaligen Zeit von großem Vorteil
war. Schliesslich war Rostschutz damals kein Thema und die Strassen im
Winter noch voller Salz.

Bis zum Juni 1981 von dem Erstbesitzer eher wenig gefahren und anschließend
still gelegt…. hat sie gut behütet die 80er, 90er,…. bis 2017 im Dornröschen-
schlaf im trockenen dunklen Keller auf die Wiederinbetriebnahme gewartet.
Der Km Stand ist aktuell :  3800 Km gesamt und original.

Es sind sämtliche originale Fahrzeugpapiere, Versicherungsnachweise, An
und Abmeldungen und sogar das Scheckheft im Top Zustand erhalten. Da
müssen schon Zufälle mitspielen um so ein tolles Fahrzeug heute noch über-
haupt zu bekommen, da es damals eigentlich schon eher selten im Straßen-
verkehr zu finden war.

In den 70ern und 80ern fuhr ( Mann ) Kreidler, Hercules und Zündapp. Ein
Gefährt aus dem Neckermann Katalog war uncool und bescherte einem  
einen niedrigeren Rang in der Clique…..

Nun, das Blatt hat sich gewendet und mit diesem Gefährt erntet man heute
oft die neidischen Blicke der Kreidler-Fahrer von einst und es ist im Ver-
gleich zu den Deutschen Herstellern der damaligen Zeit sehr viel seltener
anzutreffen.

Es wurde damals von Garelli das eigentlich Beste verbaut, was Italien zu
bieten hatte. Eine echte Ceriani Gabel, CEV Instrumente, eine elektronische
Zündung von Ducati, ein 22er Flachschieber Vergaser der Marke BING,
einen als „Frankfurter Topf“ bezeichneten Auspuff  von Lafranconi, ein
richtig steifer Rahmen, ein klasse Motor, und das charmante, unnachahmliche  
Design der italienischen 70er Jahre. in einem Dreischicht – Perlmetallic Rot,
welches einem auch nach 43 Jahren ein freudiges Lächeln auf die Lippen
zaubert.

Nach Beseitigung einiger Standschäden und  einer sehr aufwendigen, behut-
samen Überarbeitung hat sie aktuell TÜV und ist ständig zugelassen, um an
sonnigen Tagen über die Straßen zu donnern. Der Sound ist unfassbar GxxL
und es ist ein echtes Vergnügen, in beherzter Schräglage die alten Strecken
von früher zu fahren.

Es gibt auf  Treffen Beifall und auch unglaubliches Staunen in den Gesichtern
der Geburten starken Jahrgänge. Die meisten können sich an das Moped
erinnern aber zu sehen gibt es eben fast keins mehr.